Die Stiftung Stipendium Gerlacianum



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Originalurkunde Gerlacianum Blechkiste

In dem Nahmen der heilygen Dreyfaltigkeit. Amen!

Thue kund und bekenne ich Sibrandus Gerlacianus Grymersummanus, daß demnach ich innerlich erwogen und bedacht, in dieser meiner langwierigen schweren Kranckheit, daß der Mensch, (wie die Schrift und Propheten bezeugen), nur erd, staub und Asche seyn, welches leben ist wie eine Hew und Veldt-bluhm, und anders nicht zu gewarten gewißers dann der Dodt und die sahliche Aufferstehung durch Jesum Christum, Unseren Eintzigen Erlöser und Seligmacher zur Seeligkeit und ewigen Leben,

So hab ich in Erwartung dieses in dieser meiner Kranckheit, aber dennoch bey gutem Vernunft undt Vorstandt diesen meinen letzten Willen und Testament in besten Forms der Rechten, wie es am besten förmbligsten und beständigsten bestehen solle, könne oder möge, wißentlich gemacht und Verrichtet, kraft dieses.

Erstlich befehle ich mein Leib nach Abscheidung meiner Seelen (dieselbe durch das Verdienst, Leiden, Sterben und Auferstehung Unseres Seeligmachers Jesu Christi in die Hand des Allmächtigen Vatters soll befohlen seyn) zur ehrlichen begräbniß der Erde.

Danach zur Verordnung und disponirung meiner Zeitlichen Güter, instituire, setze und verordne Ich Zu meinen rechten Erben und Erbnehmern, BENE IMEN, meiner säligen Mutters halben Schwester-Sohn zu meinen Güetteren, da aber derselbe Bene Ihmen für testatorem Todts abgehen würde, soll SYDE der Elter Bruder Erbe syn, also und dergestalt, dass mein lieber Bruder JACOBUS GERLACHIUS ewig und erflich haben, behalten und genießen solle, seines Gefallens Güettere klein und groß, so mir testatori, Von meinem Vattern säligen Herkommen, und angeerbet seyn, auch meine Bibliothecam und item Wehren, Büchsen, Kleider, Kleinodien, Silber und silber-Geschirr, als Zwehen silberen Becheren und was sonst zu meinem Leib immobilien gehörig ist,

zum 3. gebe und setze ich testator Eggen Harmens fünf Hundert Embder Gulden, deren drey Hundert bey Abbe Behrents und zwehen Hundert bey meinem testatoris bruderen stehen,

zum vierten gebe und legatire ich den Armen Christi alß sunderlich zu Wirdum Hundert Embder Gulden, den Armen zu Grimersumb fünftzig Gulden und Zu Embden den Gasthaus- und sitzenden Hauß-Armen auch Fünftzig gulden, alles wie obgemelt in Embder Wehrung zu bezahlen, nemblich Zehen Schafen den Gulden gerechnet.

Letzlich aber setze, wolle und Verordne ich, Kraft dieses wißentlich, daß man aus Väterlichem Geschlechte meiner sehligen lieben Eltern zur Studirung erhalten solle und wolle.

Ein oder Zwehen Studenten, so zu der Studierung Lust haben und bequeme seyen,

Von nachfolgenden Legaten und Gueteren, so ich Ewig und Erblich dazu gebe, zu Unterhaltung deß- oder derselben von nachfolgender Landen Ankünften, Renten oder Zinsen zum steur zu leben,

  1. als nemblich Eilf Grasen Landes zu Wirdum gelegen, die jetzt Wills bojen gebrauchet,

  2. Item dritthalb Graß Landes, die Haytet benen Heuerweise binnen hatt,

  3. Item zwölf Grase Landes zu Grimersum in des seligen Vatters Heerdt gelegen, aber dannoch von der Mutter herkommende,

  4. Item Neun Grase Landes zu Fisquart gelegen, so Egbert Staal gebrauchet,

  5. Item noch Neun Grase Landes zu Fisquart gelegen, so Ayße Appen gebrauchet,

  6. Item Drei Grase Landes zu Fisquart, so, die jetzt Styke Onnen gebrauchet,

  7. Item noch Neun Grase die buten des sahligen Vatters Heerdt liggen, von den Achtzehn Grasen Landes, die mein Bruder und ich noch unvortheilt im Mande Guth haben,

des soll noch obgemelter haeres BENE IMEN oder dessen Substituirter auß dem Hauß, Landen und Heerdt zu Wirdum gelegen, jarrlix und alle Jahr auff Sanct Michaelis zu bezahlen zu der obgemelten Studenten Unterhaltung, Funffzig schlechte Thaler, jeder Thaler zu Funffzehn Schaffen gerechnet, und woferne man die Funffzig Thaler jährlich zu bezahlen abkaufen wollte und den Heerdt freyen, so soll man solchen Abkauff thun mit Tausendt schlechten Thalern, zu Funfzehn Schaffen jeder Thaler gelegt, die man dan uff gewissen Renthe etlicher sicherer Unterpfanden soll anleggen, welche Funffzig Thaler jahrlix und alle Jahr, wie auch der obgemelter Landen jarrlichse Rente oder Auffkünften sollen zu Einer oder zweyer Persdohnen Studierung ausgetheilt und angeleget werden.

Undt wo keiner zu Studirung auß dem Geschlechte Vorhanden wehre, so soll es einem frembden, der es begehret, zu Unterhaltung der Studierung ausgetheilet werden.

Imfall es aber keiner von den obged. Väterlichen oder Mütterlichen Stamme oder einiger frembdere qualificirte Persohn könnte noch mögte zum Studiren vorhanden seyn, als wolle oder ordne Ich, daß alles jährlich auff Rente und die Rente wiederumb uff Rente angeleget werden und Sich auffwucheren möge, biß solange eine bequäme Persohn zu Studirung erfunden wärt, doch also, daß aus den obged. beyden Geschlechtern zu aller Zeit den Fürgriff haben solle und soll der haeres der erste seyn, der sich obgemelt Stipendium järlich zu teuer seiner Studirung zu gebrauchen hatt, Aber nach Verlaßener Studirung soll es einem oder Zwehen anderen zum Studiis erlegt werden, und ist derhalben mein testatoris ernster wille, Bitte und Befehl, daß mein lieber Bruder Jacobus und Frederich Benen dieß obgem. in´s Werk richten und austheilen, auch darüber stets Handt haben wollen, nach deren Todt aber sollen zwehen andere der Eltisten stets und zu allerzeith aus Väterlichen und Mütterlichen Geschlechte zu der Curator oder executorschafft obgesetzten Stipendii succediren und diesen meinen letzten Willen betreffendt der Studenten Unterhaltung Anordnung zu exequiren und ernstlich die Handt darüber zu halten, dis alles, wie oben geschrieben, ist mein letzter Wille, Testament, endtliche Disposition und Meinung, welches alles fäst-beständig und unwiederbrechlich Ich will gehalten von obbenannten Erben dessen Substituierten und Legatarien, und imfall aber dieser mein letzter Wille pro Solemni et nuncopativo Testamento nicht bestehen könnte, so soll es dennoch nach Hülff aller Geistlichen und Weltlichen Rechten, auch dieser Grafschaffts löblichen Statuten Gepreuchen, wie auch der Codizillen und begäbungen wegen des Todes, am kräftigsten bestehen seyn und bleiben.

Urkundt der Wahrheit habe ich testator dieß mein Testament und letzten Willen sampt den Untergeschriebenen darzu gebetenen Gezeugen mit aygenen Händen alle unterschrieben und versiegelt.

Geschehen in der Stadt Embden in des Ehrsamen Bürger-Meisters LUPPE SICKEN Behausung auff der hohen Fürkammen in´s Suiden den Zwey und Zwantzigsten Tagk und Monat Januarii nach der haylsamen Gepurt Unsers Heylandes und Erlösers Jesu Christi im Sechszehnhunderten Jarr stil. antiquo.


Ich Sibrandus Gerlachius bekenne dies mein testmt. Und letzter Wille zu seyn.

Dieses habe ich von Testatore dazu gebeten mit Eygener handt unterschrieben und mit meiner Petschaft versiegelt. Stephanus Bacherus M. doctor.

Wolter Von Dincklage solemniter ad hoc testimonium vocatus et rogatus subscripsi ut testis.

Habbo Fewen attestor manu propriae.

My Jan van Swoll als getuige.

Ell. Cuelmann als gebettener Tüege.

Ich Christian zum Baxtart bekenne dieser actus alß eodem tempore et loco in praesentia omnium testium geschehen to syn.


Von A. hinab bis zu B. rund tumb dies Obrigt eußerste pergament muß gleich langst der Corden Von dem einem Loch zum anderen zierlich auffgesneden werden, damit die Corde noch das negstfolgend Pergamen kein Letzell erlanget.





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